Sorry für die Verspätung….

die letzten Tage war hier einiges los: Am Samstag war Steffi hier und am Sonntagnachmittag war das Welpenfamilientreffen der Dragons.
Es war ein schöner Nachmittag, der mich mal auf andere Gedanken gebracht hatte.

Vielen Dank für all die Leckereien, die Ihr mitgebracht habt, das war sehr lieb.
Einige konnten leider nicht dabei sein aus terminlichen Gründen, da haben wir noch eine kleine Diashow für Euch:

Dragons-Familientreffen 1

Bild 1 von 57

Danke auch allen Fotografen zur Verfügungstellung der Bilder, ich hatte da leider keine Zeit für 🙂

Finja geht es prima, sie ist immer öfter ins Rudel, da Rainer fast täglich hier her muss. Sie läuft ganz normal mit dem erneuten operierten Beinchen, aber sie darf nicht ohne Aufsicht herumlaufen. Die Gefahr ist immer noch gegeben, das hält auch noch Wochen an, aber wir sind sehr zuversichtlich was Finja betrifft.

Wir haben seit mehreren Wochen ein anderes Sorgenkind. Vor einigen Wochen fiel mir auf, dass Luna blaue Augen bekommt und teils nicht mehr richtig sehen kann. Bis ich einen Termin beim Augenarzt bekam, vergingen mehrere wichtige Tage.
Als wir dann bei Augenarzt waren, wurde mir mitgeteilt, dass sie einen Katarakt auf beiden Augen entwickelt hat ( die Untersuchungen zur Zuchtzulassung waren ohne irgendwelche Auffälligkeiten, alles tippitop!) also keinesfalls etwas erbliches, das wurde sofort gesagt!

Für mich war klar, dass ich Luna kastrieren lasse, was ich allerdings noch nicht ahnte, was dann kommt. Der Termin wurde für den 26.07.2023 angesetzt.
Ich fragte nach, woher so etwas bei einem gesunden Auge entstehen könnte, ich hätte was gelesen mit Alterskatarakt ab 6 Jahren…
Aber… ich hätte auch gelesen, dass das bei Diabetes möglich sei, innerhalb weniger Tage würde der Hund komplett erblinden.
Die Ärztin fragte mich, ob Luna mehr trinkt, nein, das tat sie nicht mehr wie die anderen, was mir aber auffiel, dass sie mehr Hunger hatte und teilweise bis zu dreimal an den Napf ging.

Sicherheitshalber wurde eine komplette Blutuntersuchung gemacht. Das niederschmetternde Ergebnis erhielt ich einen Tag vor der Kastration: Luna ist an einer schweren, vermutlich auf Grund der Schnelle , Progesterondiabetes erkrankt. Die Werte lagen bereits im komatösen Bereich. Das war der Hammer! Und nun?
Sie musste direkt auf ein anderes Futter umgestellt werden. Also besorgte ich mir von Vet-Concept das Diabetikerfutter, als Trockenfutter, aber die Werte gingen täglich immer höher.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Nun gebe ich das Futter und trotzdem sind die Werte immer noch im „HI“-Bereich, klar bekam ich noch alles für einen Diabetikerhund mit. Spritzen, Insulin, Teststreifen zum Blutzuckermessen, Lanzetten zum Stechen und natürlich das Lesegerät. Ich soll mehrmals am Tag an den Innenohren stehen… Ich war in diesem Moment völlig überfordert, ausserdem daheim noch 13 zuckersüße Welpen und Rainer nicht da, der ja sich um den anderen Kamikazepatient kümmern muss…..

Ich habe von Diabetes null Ahnung (gehabt), habe mich natürlich überall schlau gemacht, sie bekam 1 x täglich Insulin, wurde sofort kastriert (was immer sofort empfohlen wurde), aber die Augen……
Ich ging nach mehrmaligen weiteren Besuchen beim Augenarzt, da sie mittlerweile auf beiden Augen dann die Nickhaut vorzog in die Tierklinik Hofheim, zu Frau Dr. Brausch.
Sie untersuchte die Maus sehr sehr gründlich und stellte dann eine Diagnose.
Luna war bereits auf beiden Augen total erblindet, es gäbe aber eine Möglichkeit das Augenlicht wiederzuerlangen.
Eine sehr schwere und schmerzhafte Operation, sehr sehr teuer, aber die Chancen stünden bei 90 %, das sie beidseitig ihr Augenlicht wiederbekommt. Kosten der OP auf beiden Augen um die 5000,- € ohne Medikamente, die sie mehrmals täglich nehmen muss, Tropfen, fast alle 2 Stunden verschiedene, Tabletten usw.

Wie viel an den Augen gerettet werden kann, könnte sie aber erst am Morgen der OP unter Ultraschall sehen. Sie hofft, dass die Linsenkapseln bis dahin nicht reißen, denn dann sind die Erfolgschancen sehr gering. Die Gefahr dass sie an einem Glaukom nach der OP erkranken wird (das kommt durchaus auch vor) wären gering, da sie einen schönen offenen Kammerwinkel beidseitig hätte (wenigstens etwas…) 
Nun ich wollte Luna selbstverständlich diese Chance geben und wollte so schnell wie möglich einen Termin. Leider ist der Blutzucker für diese OP viel zu hoch, teilweise in den nichtmessbaren Bereichen. Damit konnte sie keinesfalls operiert werden, damit sie nicht kollabiert oder wohlmöglich verstirbt.
Also hieß es warten… warten … warten…
Es wurde ein Termin für den 22.08.23 gesetzt, nur wenn der Zucker in einigermaßen guten Werten wäre, ansonsten wird der Termin verschoben. Sie wurde dann auf zweimal täglich umgestellt.

Einen Tag zuvor war der Wert endlich mal in zumindest einigermaßen guten Bereichen, aber nicht perfekt. Es reichte für die Op. Luna trinkt einfach viel zu wenig, sie bekommt jetzt Dosenfutter, dass einen geringen NfE-Wert hat (unter 15 % wäre super), denn das andere Diabetikerfutter, das sie bekam hatte einen NfE-Wert von 43 % und das war überhaupt nicht gut.(Ich habe im Übrigen auch dort angerufen, dass ich es nicht verstehen kann, warum sowas dann für Diabetiker verkauft wird 🙁 ) . Ich machte mir immer mehr Sorgen um die Maus, wertvolle Zeit durch die hohen Werte verstrichen, denn der Druck belastete die Linsenkapseln extrem.

So es kam der 22. August, um 7.00 Uhr sollten wir da sein, also 5.45 Uhr los, Rainer kam mit Finja wieder her um 5.00 Uhr, alles Wichtige besprochen und ab ging’s.

Wir waren pünktlich da und kamen auch recht schnell dran. Erst eine Muskelentspannungsspritze, damit der Augenultraschall gemacht werden konnte.
Dann der Ultraschall, der leider nichts Gutes brachte… beide Linsenkapseln wären bereits gerissen, rechts mehr als links. Die Möglichkeit einen Kunstlinse einzusetzen wären ebenfalls sehr fraglich.
Die Ärztin meinte, Frau Brömme, die Chancen sinken dadurch leider immer mehr, ich kann ihnen nichts garantieren, aber ich versuche alles. Trotzdem können sie natürlich jetzt auch den Rückzug antreten, denn die OP ist wirklich sehr teuer und die Chancen liegen bei 45 %.

Ich wollte ihr immer noch die Chance geben, vielleicht mit einem Auge, damit sie überhaupt noch was sehen kann, wenn auch nur verschwommen. Diese plötzliche nicht kalkulierbare Blindheit, ich fand das so schlimm, sie kam überhaupt nicht damit zurecht 🙁

Die Heimfahrt von Hochheim, nachdem ich sie dagelassen habe, war wie in einem Regenschimmer, ich konnte kaum was sehen, da mir ständig die Tränen in die Augen kamen. Ich hatte es so gehofft, dass die Linsenkapseln nicht reißen…

Um ca. 10.30 Uhr kam der versprochenen Anruf aus der Klinik, Luna hätte die Op sehr gut überstanden (Gottseidank), auf dem einen Auge konnte eine Ersatzlinse eingesetzt werden (Glück gehabt) der Riss war etwas kleiner, auf dem anderen hätte sie es versucht, die wäre aber weggeschwommen, der Riss war einfach zu groß und Glaskörpermaterial war bereits ausgetreten, was aber entfernt werden konnte, wie auch wieder die Kunstlinse. Soweit wäre aber alles ganz gut gelaufen, sie würde mich anrufen zwischen 12.00 Uhr und 13.30 zum nächsten Update.

Wer sich eine Katarakt-OP mal in einem Video anschauen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=Sml5Euk55kw

Der Anruf kam früher als erwartet….sie fragte ob ich direkt kommen könnte, Luna würde sich überhaupt nicht mehr beruhigen lassen, sie hätte schon so viel Beruhigungsspritzen bekommen, sie können ihr nichts mehr geben. Bringen sie was zum Lesen mit, sie kann frühestens heute Abend nach Hause, je nachdem wie der Augendruck ist, ansonsten bleibt sie ja über Nacht (was ich eigentlich als Intensivpatient dachte, es war auch so geplant) Na klar, sagte ich, kein Problem.

In Hofheim angekommen dauert es etwas, ich war sowas von übermüdet, als nahm ich mir einen Chococappuccino und wartete auf mein Mäuschen. Und dann kam sie, völlig verstört und jammerte, was das Zeug hielt.
Ich habe mich dann zu Lunchen auf den Boden gesetzt ( ja die ganze Zeit!) und habe sie versucht zu beruhigen. Sie muss einen Schock im OP von den ganzen Hunden bekommen haben, sie war am Hyperventilieren, Leider schaffte ich es auch nicht, sie zu beruhigen, aber sie war deutlich ruhiger als im OP-Raum, so wurde es zumindest gesagt. 
Sie bekam erneut Beruhigungsspritzen und als sie sich dann endlich beruhigte, schaute ich nach dem Blutzucker, der massiv in den Keller gesackt ist. Gottseidank hatte ich Futter und Zuckerlösung dabei.
Durch den FreeStyleLibre, der einige Tage vor der OP gesetzt wurde, konnte man den Verlauf sehr gut sehen.
Irgendwann wurde sie endlich ruhiger, dann wurde mehrmals der Augendruck gemessen und so gegen 18.00 Uhr wurden wir entlassen, mit der Bitte um 12.30 Uhr am nächsten Morgen zu kommen.

Die Nachkontrolle war zufriedenstellend, leider hat sie eine starke Uveitis (Entzündung in beiden Augen entwickelt, was eigentlich normal sei, aber stärker als bei anderen Patienten (Mist!) Die Ärztin wunderte sich , warum sie noch einen zusätzlichen Kragen drum hatte, sie bekam einen weicheren, speziell für Augenuntersuchungen, den hatte sie schon nach ein paar Minuten daheim ab und habe noch einen Starren draufgezogen, da sie immer an sämtlichen Ecken und wänden, versucht die Augen zu schubbeln. Ich fuhr glücklich nach Hause, ich solle in einer Woche wiederkommen, leider ging es am Abend mit Fieber weiter und der Blutzucker raste nach oben.
Diese Nacht war ich in großer Sorge, das Fieber stieg aber erst mal nicht mehr über 39,5 Grad. Heute morgen war die Temperatur bei 39,1 Grad, zwar nicht toll, aber erst mal besser.
Ich warte noch auf die Nachricht der Ärztin, was ich ihr dagegen geben kann, denn Fieber jagt leider auch den Blutzucker hoch.

So das war ein riesiger Bericht, ich weiß, aber erklärt sicher, warum hier im Moment alles still steht. Den Welpis geht es prima, am Montag fahre ich mit 13 Welpen alleine zum Impfen und Chippen, aber das werde ich auch schaffen 😉 Steffi kann leider nicht, sonst wäre sie sofort gekommen. Aber in der Praxis helfen die mir und hier ist ja Rainer auf jeden Fall da.

Ich halte Euch wie immer auf dem Laufenden!





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