Heute vor 17 Jahren wurde er erste Aufspringbach-Welpe – unsere Allegra - geboren. Anfang März des Jahres 2001 erfuhr ich durch die WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vom Elo®.

Für mich nach der letzten bitteren Erfahrung durch Beissattacken eines Hundes gegen meinen Sohn, ein kleines Wunder. So sollte er wirklich sein, der Elo®?

Um sich nicht durch einen Welpen blenden zu lassen, setzten sich die Brömmes mit ihren Kids in ihre „Elsa“ (unser VW-Campingbus) und klapperten einige wenige „Elozüchter“ , die es damals erst gab, ab. Natürlich alle Züchter, die keine Welpen hatten, das war Bedingung. Sehr schwierig, das den Yongsters zu erklären, warum doch ein Hund wieder ins Haus sollte und wir von einem Züchter zum anderen fuhren. Da unsere Kinder aber gerne mit Elsa fuhren, war es dann erstmal ok.

 

Ja, ich war begeistert, alle erwachsenen Elos entsprachen genau dem, was ich mir vorgestellt habe. Also es sollte ein Elo® werden und rauhaarig, das war auch klar. Aber wir mussten noch über ein halbes Jahr warten, bis endlich unser Engelchen, Angie vom Westereschenfeld aus Seelze einziehen konnte. Es war wie eine Schwangerschaft, als uns Familie Scholz damals mitteilte, dass wir einen Welpen bekommen können. Wir fuhren wieder dorthin, eigentlich waren nur noch zwei schwarz-weiß getupfte Hündinnen da. Das war zwar nicht das was ich wollte, aber ich wollte mir die Kleinen und die Aufzucht trotzdem mal anschauen. Also Elsa wieder startklar gemacht und ab nach Seelze. Als ich die Tür geöffnet bekam, sagte Herr Scholz, dass ein Hündinneninteressent auf einen Rüden umgesprungen ist und noch eine weitere, braunfarbene Hündin mit weißen Pfötchen frei geworden wäre. Ohne die kleine „Ally“ damals zu sehen, wusste ich instinktiv, das ist sie. Und als ich sie dann sah, war es natürlich um mich geschehen. Rainer und Kids haben dann solange ich einiges besprechen wollte, am nahegelegenen See gebadet. Ja eine Rauhaarhündin soll es werden….eigentlich…. . Doch für mich war klar, Angie soll es sein, den Namen gab ich ihr, Ally gefiel mir irgendwie nicht, ich dachte an Mick Jagger und sie war für mich wie ein Engelchen. Das Haarkleid zu erkennen, das dauerte noch, bis zu 6 Wochen, wurde mir gesagt.

Ich weiß gar nicht, wie viele Welpen mir ab diesem Zeitpunkt, meinen Weg gekreuzt haben, bis Angie dann einzog. Selbst meine Mutter riet mir damals, einen kostengünstigeren Welpen zu kaufen, aber nein, ich wollte Angie. Und Rainer und die Kids standen voll hinter mir, denen wäre es eigentlich egal gewesen, aber nee, mir nicht 😉 Angie war ein Bilderbuchwelpe, sie war einzigartig und glatthaarig 😊 Ich habe einiges an Tieren in all den Jahren durch mein Helfersyndrom im Tierschutz mit ihr aufgezogen, sie hat alle vor unseren Katzen beschützt.

Der Gedanke, eine Hündin von Angie zu behalten, natürlich rauhaarig, was sonst 😉 wurde verstärkt, als im Elomagazin ein Aufruf, nach Züchtern im süddeutschen Raum stand, den Rainer sehr eindringlich las. Er schlug mir vor, es doch mal mit Angie zu versuchen. Ich meinte, es gibt doch wirklich genug Welpen auf der Welt, die Tierheime sind voll, da soll ich noch Welpen in die Welt setzen. Er sagte nur, wenn es die Richtigen sind, ist doch alles gut und schau dir Angie an…. Jo, da sagte er was…

Also keine Ahnung von Zuchtvoraussetzungen, aber Angie wurde auf einem Elotreffen „gerichtet“, die Augenuntersuchungen und weiteren Untersuchungen waren top. Nun warteten wir geduldig auf die nächste Läufigkeit. Was alles so als „Super einfach“ erzählt wurde, entpuppte sich als „Spannung pur“ Natürlich war es instinktiv alles richtig, was da die Hunde so machen, während der Läufigkeit, des Deckaktes und natürlich auch hier und da unter der Geburt. Dass ich als potenzielle Hundezüchterin aber nullkommanix, trotz vieler gelesener Bücher an Erfahrung hatte, das sollte ich erst mal zu spüren bekommen….

Die erste Trächtigkeit von Angie verlief ebenfalls bilderbuchmäßig. Nur wann geht es los??? Laut Büchern und sonstigen Erklärungen anderer Züchter wurde immer wieder erzählt, das merkst Du schon, die fangen an zu scharren und hecheln und ja, das merkst Du schon…. Angie hechelte bereits eine Woche vor der Geburt, jeden Tag, jede Nacht dachte ich, „jetzt geht es los“, die Kinder und Rainer fragten „und?“ oder“ warum dauert das nur so lange?“ Tja, auf diese Fragen konnte ich keine Antwort geben… ich spürte selbst, dass ich mich zu wenig auf das Ereignis vorbereitet hatte, aber da mussten wir jetzt alle durch. Es war am heutigen Tag vor 17 Jahren dann endlich soweit, Angie zeigte nun seeeehr deutlich Anzeichen, dass sich was tut. Trotz des wenigen Schlafes der letzten Nächte war ich plötzlich glockenwach. Und sie presste und presste was das Zeug hielt, aber irgendetwas spürte ich, stimmte nicht. Ich nahm meine Bücher nacheinander in die Hand und schaute, was es sein konnte. Ich war verzweifelt, irgendwie ging es nicht richtig weiter. Irgendwann meinte Rainer, jetzt leg die Bücher zur Seite und überlege einfach mal, was du tun könntest, um ihr zu helfen. (Damals hatte ich noch nicht meinen Tierarzt, den ich rund um die Uhr hätte anrufen können)
Ja und dann schaute ich nach, ein Füßchen hatte sich im Geburtskanal verharkt und drückte den Welpen immer wieder zurück, die Fruchthülle war bereits weg und es wurde Zeit, dass der Welpe geboren wurde. Nachdem ich das Pfötchen etwas richten konnte, ging es endlich voran. Eine wunderschöne Hündin mit einem Pünktchen auf dem Kopf in rot-weiß , mit einem schiefen Beinchen wurde geboren. Mittlerweile waren die Kinder wach, da sie zum Schulbus mussten und Timo meinte, das wird meine Allegra, die soll es werden. (Das schiefe Beinchen war nach 10 Minuten wieder gerade 😉) Ja das Pünktchen auf dem Kopf hatte was. Aber wird sie denn auch rau? Es wurden noch zwei Mädels und 3 Rüden geboren, in allen Farben. Sven gefiel Ayka durch ihr schwarz-weiß sehr gut, aber Timo und ich, wir hatten uns auf Allegra eingeschossen. Die Aufzucht war ein tolles Erlebnis, leider legte sich Angie sehr oft auf einen Welpen drauf die erste Zeit, das war anstrengend, denn dadurch können auch Welpen ersticken. Rund um die Uhr Dauerbetreuung, das kannte ich so nicht von diversen Erzählungen, denn eigentlich soll die Hündin ja alles alleine machen. Macht sie ja auch, aber es gibt wirklich Hündinnen, die tolle Mütter sind, aber liegen bleiben, da sie andere Welpen versorgen, nicht jeder springt gleich auf. Und für einen Welpen ein Augenblick von Leben und Tod. In der Welpenaufzucht konnte ich viel Erfahrungen sammeln, wie der Hund tickt. Es war für mich unbeschreiblich, auch heute noch, wie eine Hündin ihre Welpen großzieht, wenn sie genügend Platz hat und ihre Aufzucht „ausleben“ kann, ohne Gefahren und Sorgen. Es war für mich ab diesem Zeitpunkt klar, dass dies nicht der letzte Wurf war.

Es gab in all den 17 Jahren Augenblicke, die sehr schön waren, Augenblicke, die schmerzhaft waren, Verluste von einem Welpen, bis zum gesamten Wurf und das mehrfach, Welpen, an einem Trockenfutterbrocken innerhalb von 5 Minuten verstorben sind, trotz aller Versuche, sie zu retten. Welpen, die zu früh operiert wurden, da die Welpenfamilie dies unbedingt wollten und die Narkose nicht überlebt haben. Welpen, die über 4 Wochen zugefüttert wurden, trotzdem ich merkte, dass da was nicht stimmt, vom Tierarzt weiter betreut wurden, bis sie dann doch starben. Welpen die lebensschwach auf die Welt kamen, da die Geburt länger dauerte und die es entweder gepackt haben oder nach einigen Minuten oder Tagen verstarben. Es gab einige Augenblicke, an denen ich nicht mehr wollte, es tat zu sehr weh. Aber das muss ein Züchter aushalten, sonst geht er seelisch kaputt.

Ich musste es auch lernen, es geht auch nicht an mir vorbei, aber ich habe viele Glücksmomente, denen ich meinen Welpenfamilien nach einer schönen Aufzuchtszeit ihren Welpen in die Hand geben darf und das ist es, was einen ein gutes Gefühl gibt. Es sind die Familien, die mich unterstützt haben, meinen Weg in der Canilozucht weiter zu gehen, nachdem ich mich aus freien eigenen Stücken vom Eloverein getrennt hatte, da sich das Wesen und das Aussehen in der Zeit, in der ich langjährig  Mitglied und Zucht- und Wesensrichter war, aufgefallen ist. Das Aussehen des Elo hatte sich auch innerhalb der 10 Jahre Mitgliedschaft sehr verändert. Für mich war Angie der Elo®, so wollte ich gerne weiter züchten, diese alte Generation, aber ohne im Verein zu bleiben, wegen des Markenschutzes war dies ja nicht möglich, deshalb wollte ich 2012 aufhören. Nach über zehn Jahren Mitgliedschaft, habe ich das Handtuch geworfen.

Meine Welpenfamilien protestierten, aber ich konnte und wollte so nicht weitermachen. Es wäre für mich eine einzige Lüge geworden. Dann kam der Satz: „Gib dem Kind doch einfach einen anderen Namen“

Ja das war natürlich die Idee und so entstand der Canilo – alles Weitere dazu findet ihr in der Jubiläumsausgabe des Caniloechos 😉 auf der „www.Canilo.de“  Seite (ich verzichte auf Direktverlinkung) Natürlich tat es mir schon weh, besonders, nachdem mir dann einige Elozüchter den Rücken zudrehten, obwohl man immer ein gutes Verhältnis hatte und plötzlich so taten, als wäre man die Pest. Andere hatten Angst Kontakt mit mir zu halten, damit es nicht rauskommt.

Dann Anfang 2013 flatterte ein Schreiben des Markenschutzanwaltes der EZFG in unser Haus, Markenschutzverletzung in Höhe von 100.000 €. Wow, das war der Supergau und nur weil man eine Direktverlinkung von der „alten“ Eloseite auf die „neue“ Caniloseite gemacht hat? Was in dem Moment in meinen Gedanken schwirrte und was dann noch Rainer meinte, das war mehr als hart. Ich verstand nicht, warum Heinz oder auch die Vorsitzenden, die man ja über Jahre wirklich sehr gut kannte, nicht mal den Hörer in die Hand nahmen um mir zu sagen, dass das nicht richtig ist mit der Direktverlinkung.  Aber klar, die Canilozüchter waren die Pest und die mussten ausgerottet werden, so kam es mir und manch anderem jedenfalls vor.

Es wurde alles versucht, wer es nun endgültig war, tja, das wird man wohl nie erfahren, aber es war schon merkwürdig, nach der Markenschutzverletzung, kam die Steuerfahndung, drei Amtsveterinäre an einem Morgen um 8. Uhr, die Bauaufsichtsbehörde, die Verbandsgemeinde und das war schon sehr zeitnah. Gottseidank hatten wir den „Canilo“ auch als Namen im Dezember bereits sichern lassen, denn wie ich gehört habe, hat ein Züchter versucht im Januar 2013 den Namen zu sichern. Dieser Züchter hatte einen Aufspringbachrüden von mir. Echt unglaublich, ich hätte niemals gedacht, dass Menschen so sein können.

Das Caniloprojekt, das anfänglich gut gedacht war, wurde zu einer absoluten Herausforderung. Mein Mann befürchtete, dass wir unser Haus aufgeben müssen, wegen der Schadensersatzforderung von der EZFG und ich wusste keinen Rat mehr. Dann fiel mir was ein und mit diesem Markenschutzanwalt kam wieder Licht in unser Leben und unsere Canilozucht. Nach vielen schaflosen Nächten und sorgenreichen Tagen ging es endlich wieder aufwärts.

Die Steuerfahndung wusste, dass ich mehrfach versucht hatte, meine Zucht als Gewerbe anzumelden. Als Industriekauffrau hebt man natürlich auch Belege auf, das Veterinäramt war begeistert von unseren Aufzuchtbedingungen, die Bauaufsichtsbehörde fand hier keine Zwinger und ging wieder unverrichteter Dinge. Mein Markenschutzanwalt boxte mich da raus und viele meiner Freunde standen mir in dieser schweren Zeit bei und haben mir immer gesagt, dass ich nicht aufgeben soll. Ich musste natürlich viel Geld lassen, eine schwere Zeit auch für die Familie, denn zwei Heranwachsende mit einem Verdienst großzuziehen in der damaligen Zeit war nicht einfach. Aber wir haben es geschafft! 

Ja auch mit den Canilozüchtern, die immer mal wieder kommen und gehen, da sie manchmal nur einen Wurf haben, oder eben nicht mit unseren Aufzuchtbedingungen konform gehen, ist es manchmal auch nicht immer einfach. Man gewöhnt sich aneinander und dann weiß man, sie bleiben wegen einem Wurf nur kurze Zeit oder verabschieden sich auch mal nach längerer Zeit. Wir befinden uns in dem 7. Jahr der Canilozucht. Ein wie es anfing verflixtes 7. Jahr, auch wieder mit einem kurzem Tief, aber jetzt geht es steil aufwärts.

So wie ich damals mit meiner Familie beschlossen hatte, es soll ein Elo® werden, kommen  nun die lieben Menschen und sagen, es soll ein Canilo werden. Das „Besondere“ an dem Canilo, dass könnt ihr auf unserer neu überarbeiteten Seite unter „www.canilo.de“ sehen, wer es noch nicht weiß 😉 (ich verzichte auf Direktverlinkung)

Und was mich am Meisten freut, ist die Treue meiner Welpenfamilien, 4 meiner Welpen ziehen nun als weiterer Aufspringbächler  zu Welpenfamilien, die bereits einen Welpen von mir haben oder hatten. Wie stolz mich das macht, kann sich keiner vorstellen. Danke allen für diese unfassbare Treue. Ich bin glücklich, Euch wieder ein Aufspringbach-Baby in die Hände zu geben. Meine Aufzucht hat sich in diesen 17 Jahren nicht verändert und ich bin froh, dass ich meine Zucht so im Caniloprojekt weiterleben darf, so wie ich meinen 1. Wurf am heutigen 8. April vor 17 Jahren erleben durfte, mit Euch als Welpenfamilien und mit meinen Züchterkolleginnen der Canilogruppe und nicht zu vergessen mit meiner geliebten Familie, die mich immer unterstützt.

Nach 17 Jahren Zucht ist man trotzdem kein alter Hase, denn man wird immer wieder mit Dingen konfroniert, die man noch nicht kannte. Aber die Erfahrungen, die kann ich meinen Züchtern weitergeben und sie vielleicht im Vorfeld etwas besser vorbereiten 😉

Euch auch in dieser schwierigen Zeit der Coroanakrise alles Gute, es gibt immer wieder Schicksalschläge aus denen man sich rausboxen muss und wir alle werden diese Zeit auch gut rumbringen. Vertraut auf Euch und Eure lieben Familien und Freunde, die sind für Euch da!

Unser Engelchen ist im letzten Jahr nach über 18 Jahren verstorben, sie hat einige ihrer Kinder überlebt. Von unserem A-Wurf lebt kein Hundekind mehr, Anton verstarb auch als letztes Baby vom A-Wurf im letzten Jahr, aber ich werde diesen 8. April 2003 nie vergessen. Er hat einen großen wunderbaren Einschnitt in mein Leben gebracht. Ich habe ein großes Herz, an dem immer genug Platz für meine Hundekinder ist…..